• clp-2334

Aufbau einer Messdienerleiter/-innen-Runde

Hier findet ihr ein paar Tipps, wie ihr vorgehen könnt, wenn ihr eine Messdienerleiter/-innen-Runde aufbauen wollt.

Ihr habt zurzeit keine Leiter/-innen oder einige mussten wegen Beruf, Studium oder ähnlichem aufhören? Dann ist es spätestens an der Zeit, den Nachwuchs in den Blick zu nehmen, geeignete Messdiener/-innen gezielt anzusprechen oder Quereinsteiger mit ins Boot zu nehmen.

Manchmal hat man das Problem, dass potentielle Leiter/-innen noch zu jung sind. Hier kann man überlegen, diese bereits als Co-Leiter/-in miteinzubinden und punktuell Verantwortung zu übertragen (z. B. für einen Spiel bei einer Gruppenstunde), damit sie auf den Geschmack kommen.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, dass alle Leiter/-innen an einer Jugendgruppenleiter/-innen-Schulung bei der für euch zuständige KJA teilnehmen. Die Schulung kann man mit 16 Jahren (in Ausnahmefällen bereits mit 15 Jahren) besuchen. Hier lernt man theoretisch und praktisch, wie man Gruppenstunden und ähnliches mit Kindern und Jugendlichen durchführt, worauf man achten muss, welche rechtlichen Pflichten man hat, wie es mit dem Versicherungsschutz aussieht und vieles mehr. Die (verpflichtende) Mindestanforderung ist eine sogannte Präventionsschulung zum Umgang mit (sexueller) Gewalt gegenüber Schutzbefohlenen. Diese ist in der Regel fest in die Leiter-Schulung integriert. Darüber hinaus empfehlen wir dringend, auch regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen. Viele Organisationen bieten diesen zur Auffrischung kostenlos an.

Achtet auch immer darauf, dass ihr sowohl einen männlichen als auch eine weibliche Leiter/-in bei Aktionen mit gemischtgeschlechtlichen Gruppen dabei habt.

Es bietet sich an, bei einem unverbindlichen Stück Pizza erst einmal zu erzählen, was auf mögliche Nachwuchs-Leiter/-innen an Aufgaben und Verpflichtungen zukämen, was sie davon haben Leiter/in zu sein und gut zuzuhören, was die Neuen ggf. sogar an besonderen Skills mitbringen, die man nutzen könnte.

Wichtig ist auch, junge Leiter/-innen zu begleiten und ihnen regelmäßig Feedback zu geben (bspw. einmal im Jahr bei einem Leiter/-innen-Wochenende) und gemeinsam gezielt Fortbildungen zu besuchen.

Im Idealfall habt ihr (zumindest) einen (gemütlichen) Raum, in dem ihr euch nicht nur zu inhaltlichen Planungstreffen und Gruppenstunden treffen könnt, sondern als Leiter/-innen auch zweckfreie Zeit miteinander verbringen könnt. Hier lohnt es sich schon einmal auf das Pastoralteam, den Pfarrgemeinderat oder den Kirchenvorstand zuzugehen, um einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Gleiches gilt für Schlüssel: wenn alles gut läuft, verhandelt ihr in einem aus, dass ihr (mind.) einen Schlüssel für euren Gruppenraum bekommt, sodass ihr dort unkompliziert rein könnte. Ein Bonbon wäre natürlich zusätzlich ein Schlüssel für die Kirche, um dort flexibel Proben zu können. (Achtung: immer vorher prüfen, ob die Kirche evtl. schon belegt ist und ihr niemanden stört.)

Zugegeben, das kostet Nerven, hat bei Erfolg aber einen hohen Mehrwert! Wenn alles gut läuft, könnt ihr den Raum auch nach euren Vorstellungen gestalten, Material lagern und den Raum dann und wann im geordneten Chaos verlassen, ohne dass sich eine andere Gruppe beschwert.

Ähnlich verhält es sich mit dem Thema Geld: schön, wenn man welches hat, um das ein oder andere Material kaufen zu können. Hier könnt ihr einerseits immer an das Pastoralteam herantreten und fragen, wieviel Geld im Jahr frei für die Messdiener-Gemeinschaft zur Verfügung steht. (Die eigenen Bankkonten für Messdiener wurden in den letzten Jahren in der Regel auf das Pfarreikonto überführt.)

Andererseits könnt ihr auch Fundraising betreiben und das mit dem ein oder anderen Gruppen-Event verbinden. Hier ein paar Beispiele (Achtung: bei der ein oder anderen Aktion bedarf es ggf. einer vorherigen Absprache mit dem Ordnungsamt):

  • Im Frühjahr/Herbst: Arbeiten im Garten als Service für Gemeindemitglieder gegen eine Spende für die Messdienerkasse. (Bitte kein eigenes Bankkonto hierfür anlegen, sondern das Pfarreikonto nutzen. Am besten sprecht ihr euch deswegen kurz mit dem Pfarrbüro ab.)
  • Im Advent: Keks-Back-Aktion mit anschließendem Verkauf am Ende der Messen (ggf. mit Glühwein 😉).
  • Kurz vor Weihnachten: Weihnachtsbaumverkauf (z. B. in Kooperation mit den Pfadfindern)
  • In der Fastenzeit: Osterkerzen-Bastelaktion oder Ostereier-Färben – jeweils mit Verkauf in den Kirchen
  • Im Sommer: Spendenlauf – d. h. alle Teilnehmer/-innen suchen sich Paten/-innen, die pro Kilometer einen bestimmten Euro-Betrag spenden.
  • Auch im Sommer: Auto-Waschstraße auf dem Kirchplatz – wichtig: gute Musik für gute Stimmung
  • und vieles mehr …

Auch wenn das manchmal nicht leicht fällt und vllt. gegenseitige Vorurteile bestehen: in der Regel lohnt es sich, die Ressourcen zu bündeln – sprich: sich an einen Tisch zu setzen.

Es ist nichts frustrierender als alleine oder nur mit ganz wenigen alles stemmen zu müssen.

Durch eine Zusammenführung von mehreren Leitungsrunden lassen sich z. B. auch größere Projekte wie ein Messdiener/-innen-Wochenende wieder einfacher planen, da mehr Leiter/-innen zur Verfügung stehen, die mitdenken und -machen können.

Und keine Sorge: es ist mehr als normal, dass das schon einmal ordentlich krachen kann. Schließlich hat jede Leiter/-innen-Runde über  Jahre ihren eigenen Stil entwickelt. Da prallen manchmal Welten aufeinander. Aber vergesst dabei nicht: es kommt nicht darauf an, wer das Weihrauchfass schöner schwingen kann oder bisher die besseren Gruppenstunden durchgeführt hat; ihr seid alle Messdiener/-innen und habt ein gemeinsames Ziel.

Man kann sich in der Anfangsphase auch darauf einigen, erst einmal projektbezogen (z. B. zur Planung eines gemeinsamen Messdienerwochenendes) zusammen zu tagen. Oft macht es auch Sinn, gemeinsam mit allen Leiter/-innen zusammen zwei bis drei Tage wegzufahren, um sich kennenzulernen und zusammenzuwachsen. Am besten fragt ihr uns oder die für euch zuständige KJA an, um Tipps für Referenten/-innen, Orte und Inhalte zu erhalten.

Neben gemeinsamen Messdiener-Leiter/-innen-Runden können sich auch gemeinsame Treffen aller Jugendleiter/-innen in einer Pfarrei lohnen. Hier können viertel- oder halbjährliche Treffen schon mal wahre Wunder bewirken, um gemeinsam Aktionen oder Projekte zu planen, wie ein Jugendgottesdienst, eine Jugendband, eine Nachtwanderung, ein Ausflug, der Jugendkreuzweg, eine liturgische Nacht usw.

Man profitiert voneinander und stellt fest, man ist nicht alleine auf weiter Flur, sondern gemeinsam mit anderen Jugendgruppen dabei, das beste aus der Jugendseelsorge vor Ort rauszuholen.

Wenn ihr Support beim Aufbau einer solchen Runde braucht oder fachliche Beratung benötigt, könnt ihr euch an die KJA in euer Region wenden.

Sicherlich enthält der Slogan „Ehrenamt – gratis, aber nicht umsonst“ viel Wahres. Allerdings hebt es erfahrungsgemäß die Laune samt Motivation, wenn man als Gruppenleiter/-in ab und zu mal ein wenig Wertschätzung und Dank erfährt. Vor allem, wenn man einen echt guten Job macht bzw. gemacht hat.

Deshalb macht es Sinn, regelmäßig Formate einzuplanen, die diesen Dank zum Ausdruck bringen, z.B.:

  • Wochenenden für Leiter/-innen (weniger im Sinne einer Fortbildung, sondern als gruppendynamisches Event, als spirituelle Auszeit oder Glaubenserfahrung, wie bspw. eine kurze Pilger-Tour)
  • Sowas geht natürlich auch als einzelner Einkehr- oder Aktions-Tag
  • genauso funktioniert gemeinsames Kochen (oder Essengehen), ein Filmeabend oder eine Wanderung, ein Besuch in einer Eventlocation in eurer Region
  • Ein Dankeschön-Brief an Ostern oder Weihnachten
  • Ein mündlich übermittelter Dank oder ein konstruktives Feedback (siehe nächster Abschnitt)
  • Geschenke, z.B. aus dem KJA-Shop (exklusiv für Leiter/-innen): www.danke.kja.de
  • Eine würdige Verabschiedung zum Ende der ehrenamtlichen Tätigkeit (sei es in einer Messe und/oder bei einer kleinen Verabschiedungsfeier)
  • Urkunde/n zu Dienstjubiläen oder zum Abschied

Neben dem Danke-Sagen (siehe vorheriger Abschnitt) ist konstruktive Kritik oder besser: wertschätzendes Feedback eine großartige Methode, um Blinde Flecken in eigenen Tun zu erkennen und (falls nötig/möglich) zu ändern. Vor allem aber geht es darum, eure Charismen und Stärken zu entdecken, aufzuzeigen und zu fördern.

Bei manchen Leiter/-innen-Runden ist es mittlerweile üblich, sich einmal im Jahr (z.B. für ein paar Stunden während des Leiter/-innen-Wochenendes oder bei einem Einkehrtag) Zeit für Feedbackgespräche zu nehmen. Sei es in Form von Einzelgesprächen oder über Komplimente-Boxen oder ähnliches. Hier gibt es zahlreiche Methoden, die man nutzen kann.

Man sollte hier aber unbedingt auf ein paar Regeln achten, damit das Feedback wirklich wertschätzend und ermutigend ist. Im Internet (aber auch in aktueller Literatur zu den Themen „Feedback“, „Coaching“ oder „Leadership“) gibt es zahlreiche brauchbare „Goldene Regeln“ für Feedbackgespräche (siehe Google). Bitte überlegt unbedingt im Vorfeld gut, wie ihr die Gespräche führen wollt.

Wir beraten euch hierzu gerne und suchen gemeinsam nach einer geeigneten Form für eure Leiter/-innen-Runde.

Gut zu wissen

Wenn in eurer Messdienerleiter/-innen-Runde Fragen zu folgenden (und weiteren) Themen auftauchen:

  • Wo finde ich Hinweise zum Kirchlichen Datenschutz? 
  • Was muss ich als Veranstalter bei Reisen mit Jugendlichen beachten? 
  • Was muss ich wissen, wenn es um die Förderung des Ehrenamts durch die JULEICA geht? 
  • Wie komme ich in den Genuss von Mitteln für meine Projekte? 
  • Oder wo finde ich die Richtlinien des Kirchlichen Jugendplans? 
  • Was muss ich wissen, wenn es um die Förderung des Ehrenamts durch Sonderurlaub geht?

lohnt sich definitv ein Klick auf den Link! Dort hat unsere Kollegin häufige Fragen rund um die Rahmenbedingungen der Jugendarbeit zusammengestellt. Ihr könnt zudem auch eigene Fragen einsenden.