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Messdiener/-innenProben

Messdiener/-innen assistieren den Priestern und Diakonen oder einem zur Leitung von Gottesdiensten beauftragten Laien. Ebenso übernehmen sie Aufgaben bei liturgischen Handlungen. Diese Aufgaben können je nach der Art der liturgischen Feier unterschiedlich sein, z.B.:

  • zum Gottesdienst mit einziehen
  • die Eingangsglocke läuten
  • bei der Bereitung des Altares (Messbuch, Kelch u.a. Altargerät) assistieren
  • den Weihrauch bedienen/tragen
  • Assistens bei der Händewaschung
  • Gaben zum Altar bringen
  • bei der Reinigung der Gefäße mitwirken
  • Glocken betätigen
  • Kerzenlicht an die Mitfeiernden verteilen
  • Verteilen von Informationsmaterial nach dem Gottesdienst
  • bei Segenshandlungen Weihwasser bereit halten
  • Gegenstände tragen (Öl, Tücher etc.)

Dieser Dienst bedarf Übung in Messdiener/-innen-Proben.

Was genau macht man so in einer Messdiener/-innen-Probe? Was ist zu beachten? Und wie ist es vor Hochfesten oder besonderen Eucharistiefeiern/nicht eucharistischen Gottesdiensten – braucht man da immer eine gesonderte Probe?

Ablauf einer Messdiener/-in Probe für einen regulären Gottesdienst

Um den kleinen und großen Messdiener/innen Sicherheit zu verschaffen und sich in allen Diensten ausprobieren zu können, bietet es sich an, den Ministrantendienst regelmäßig zu üben. Die Proben sollten stets an Gruppengröße, Erfahrung und Alter der Kinder und Jugendliche angepasst sein. Eine klassische Messdiener/-in Probe findet in der Kirche statt, in der gedient werden soll und dauert etwa 30-60 Minuten. Die Leiter/-innen oder aber ein/e Verantwortliche/r aus dem Pastoralteam leitet diese Probe. Die Proben können mit oder ohne Gewänder stattfinden.

Möglicher Ablauf:

  1. Begrüßung/Warm-Up-Spiel oder aktuelle Runde
  2. Start der Messdienerprobe: Hier wird ein klassischer Gottesdienst nachgespielt. Ein/e erfahrene/r Messdiener/-in oder die Leitung übernimmt die Rolle des Priesters oder Diakons. Alle wichtigen Stellen im Gottesdienst werden dabei geübt.
  3. Abschlussrunde/-spiel

 

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Tipps für Messdiener/-innen Proben

  1. Stellt euren Minis einen Zettel angepasst auf euren Kirchturm zusammen mit einer Übersicht über alle Dienste und Wege, sodass sie es zuhause (mit ihren Eltern) nachlesen können. Ein Beispiel dazu findest du hier. 
  2. Erstellt einen Spickzettel für das Gotteslob mit allen wichtigen Dingen, die beim Dienst zu beachten sind. Ein Beispiel dazu findest du im Handout für Liturgische Bildung (S. 10) der Fachstelle für Ministrantinnen und Ministranten der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Spiele und Methoden zum Gottesdienstablauf

Findest du u.a. hier

  • Mehr Mini! Ideen für Miniproben und Impulse. Fachstelle Ministrantinnen und Ministranten der Erzdiözese Freiburg. Hier geht es zur PDF.
  • Switch – kreatiefe Übungen zum Gottesdienst. Die Methode „Switch“ regt an, gottesdienstliches Geschehen mit Alltagserfahrungen zu verknüpfen und dadurch zu einer vertieften Erfahrung des Gottesdienstes beizutragen.
  • Achtung, Messe! Das „Erklärbuch“ blickt hinter die Kulissen des Gottesdienstes und erkundet die Riten, Bräuche und Zeichen.
  • Clips der Fachstelle Ministrantinnen und Ministranten in der Erzdiözese Freiburg zur Einführung von neuen Minis, zum Gottesdienstablauf u.v.m.

Mini-Plakat-Kollektion

Die Mini-Plakate könnt ihr ausgedruckt (egal ob gut sichtbar an der Wand oder versteckt im Ankleide-Schrank) aufhängen und für eure Messdiener/-innen-Proben nutzen.

Das Set enthält Kurzinfos für folgende (Gottes-)Dienste:

  • Die Feier der Eucharistie an Sonn- und Festtagen
  • Die Feier der Trauung
  • Die Feier der Kindertaufe
  • Die Wort-Gottes-Feier
  • Die kirchliche Begräbnisfeier
  • Einsatz von Weihrauch in der Messfeier
  • Der Leuchter-Dienst
Mini Plakat Kollektion (c) afj / Mini Börse

Besondere Gottesdienste

Die Dienste der Minis lassen sich in drei Kategorien einordnen:

  1. Assistenz: Minis unterstützen den Priester. Der Gottesdienst ist eine Feier der Menschen mit Gott und untereinander. Deshalb feiert der Priester auch nicht alleine, sondern braucht Helfende, die verschiedene notwendige Tätigkeiten durchführen.
    Minis (außerdem z. B. Mesner, Organist, Lektor, …) übernehmen Aufgaben, sorgen für ruhigen, dynamischen und geordneten Ablauf, damit alles ist, wie gewohnt. ➜ Minis unterstützen nicht nur den Priester, sondern die gesamte Gemeinde.
  2. Animation: Minis beseelen die Feier. „Anima“ = lateinisch Seele, Aufgaben von Minis „beseelen“ den Gottesdienst, indem sie
    Wirkung entfalten. ➜ Durch das Auftreten betonen Minis den Feiercharakter (z. B. Kerzen tragen, Weihrauch
    schwenken), sie sorgen für Emotionalität.
  3. Kommunikation: Minis sind Teil der Gemeinde. Im Gottesdienst versammelt sich die ganze Gemeinde um den Altar. ➜ Aus Platzgründen machen das symbolisch die Minis als Teil der Gemeinde; zusätzlich haben Minis eine Vorbildfunktion für die Gemeinde.

 

Zentrale Elemente der „besonderen Gottesdienste“

  • Taufe: Kinder und Erwachsene von Gott beim Namen gerufen, mit dem Wasser und dem Heiligen Geist getauft, sind sie dann Mitglieder der Gemeinschaft aller Christen.
  • Hochzeit: Der Ring ist das Zeichen der Gemeinschaft, die Gott mit zwei sich liebenden Menschen schließt. Alle Anwesenden sind Zeugen dieser Gemeinschaft und Entscheidung.
  • Beerdigung: Bei der Beerdigung wird durch die feierliche Zeremonie mit Weihwasser, Weihrauch und Gebeten das Leben eines Verstorbenen noch einmal hervorgehoben.

 

Rolle der Minis in besonderen Gottesdiensten

Assistenz (unterstützen den Priester)

  • Für ruhigen, geordneten und dynamischen Ablauf sorgen.
  • Sicherheit für die Menschen, um die es in dem Gottesdienst geht: das Hochzeitspaar, die trauernde Familie, die Familie des Täuflings. Sie können die Verantwortung im Gottesdienst „an Profis“ (d.h. an Pfarrer und Minis) abgeben, können sich nun fallenlassen und mitfeiern.

Animation (beseelen die Feier)

  • Für besondere Feierlichkeit an besonderen Gottesdiensten sorgen.

Kommunikation (Teil der Gemeinde)

  • Stellvertretung und Vorbildfunktion umso wichtiger, da oft „kirchenferne“ Gäste ➜ Minis geben Sicherheit für Gäste, die sich nicht genau auskennen (z.B.: Wann muss ich aufstehen?).
  • Taufe: Minis sind Stellvertretung für die Gemeinschaft der Christen, in die das Kind aufgenommen wird.
  • Hochzeit: auch die Minis sind Zeugen der Gemeinschaft und Entscheidung.
  • Beerdigung: Minis begleiten wie die ganze Gemeinde die Trauernden auf dem Weg des Abschieds: zeigen sich im Schmerz solidarisch und mitfühlend durch den Dienst; Minis tragen für die ganze Gemeinde als Zeichen des Auferstandenen das Kreuz vor dem Sarg ➜ Zeichen des sich hingebenden Gottes und seiner bedingungslosen Liebe ➜ Glaube und Hoffnung.

 

Checkliste für liturgische Geräte und die damit verbundenen Dienste

Was ihr genau braucht und welche Dienste dabei auf euch Minis zukommen, ist von Gemeinde zu Gemeinde etwas unterschiedlich und hängt mit den eigenen Traditionen zusammen. Wendet euch dazu an eure Küster/-innen. Das sind die Spezialisten für liturgisches Gerät und wann es wie zum Einsatz kommt!

Taufe
Da die Taufe meist in einer Eucharistiefeier gespendet wird, braucht ihr natürlich alle „normalen“ liturgischen Geräte und Dienste, die ihr in jedem anderen Gottesdienst auch braucht

  • Weihwasser (am Taufstein/ Taufbecken der Kirche)
  • Chrisam
  • Taufgewand

Hochzeit
Je nachdem, ob die Hochzeit in einer Eucharistiefeier oder in einem Wortgottesdienst gefeiert
wird, braucht ihr dementsprechendes liturgisches Gerät. Auf Wunsch der Brautpaares kann
hier beispielsweise auch Weihrauch zum Einsatz kommen.

  • Ringkissen oder Ringteller (bringt meist das Brautpaar selbst mit)

Beerdigung
Auch hier ist es wieder sehr davon abhängig, in welchem Rahmen die Beerdigung stattfindet.
Findet beispielsweise davor ein Requiem (eine Eucharistiefeier im Gedenken an den Verstorbenen) statt, benötigt ihr natürlich auch hierfür wieder alles liturgische Gerät für eine Eucharistiefeier.

  • Aspergil und Weihwasserkessel
  • Weihrauch

(Aus: Handout Liturgische Bildung der Fachstelle für Ministrantinnen und Ministranten der Erzdiözese Rottenburg-Stuttgart)